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Makrobioten unterwegs

Kochen im Zelt

 




Immer wieder werde ich gefragt, wie man denn im Urlaub makrobiotisch kochen kann - es ist ganz einfach: Man packt einen Kocher, die wichtigsten Utensilien wie ein gutes Messer, ein Schneidbrett, eine Ingwerreibe etc. sowie Trockenlebensmittel wie Somen-Nudeln, Fu-Ringe, Fu-Streifen, Trockentofu, Wakame, Nori, Gomasio, Sonnenblumenkerne, vegetarische Aufstriche, Miso (frisch und als Pulver) und Shoyu oder was man sonst so braucht in den Rucksack und besorgt sich vor Ort Gemüse, Obst, Reis, Haferflocken, Sauerteigbrot, gutes Öl und vielleicht auch frischen Tofu und Seitan, wenn es einen Naturkostladen oder ein Reformhaus am Urlaubsort gibt. Pickles kann man vor Ort herstellen (gepresste Radieschen- oder Gurkenpickles).

Im gemieteten Appartement ist die Selbstversorgung einfach, dort steht zumindest ein Kühlschrank zur Verfügung, meistens auch eine kleine Küche. Außerhalb der Saison gehe ich gerne in eins dieser Appartements in Wittdün:



Im Hotel
muss man etwas mehr improvisieren und sollte sich nicht unbedingt beim Kochen im Zimmer erwischen lassen.

Im Zelt heißt es gut organisieren. Man muss alles platzsparend verstauen und die verderblichen Lebensmittel möglichst aus der Sonne heraushalten. Ich schiebe die Tasche mit den frischen Lebensmitteln über den Tag immer auf die der Sonne abgewandte Seite der Vorratsecke in meinem Zelt, und ich sorge für gute Belüftung. Wichtig ist es Ordnung zu halten und alles immer sofort wieder an seinen Platz zurück zu legen. Sonst wird das Ganze zur Tortour.


Vorratsecke im Vorzelt

Kochecke

Kleiderecke

Gute Planung vor dem Kochen ist ebenso wichtig. Wenn ich weiß, was genau ich kochen möchte, kann ich mich auf die Dinge und Zutaten beschränken, die ich wirklich brauche. Alles andere bleibt an seinem Platz.

Das Wichtigste beim Kochen im oder vor dem Zelt: Geduld und Ruhe. Hier gilt die Regel: "Der Weg ist das Ziel". Auf dem Gaskocher dauert alles ein wenig länger, und wenn man so wie ich nicht nur Misosuppe kochen will, sondern auch kurz gekochtes Gemüse und gebratenen Tofu zubereiten möchte, sollte man sich mit einem spannenden Buch versorgen, während die Gerichte garen. Wichtig: Immer mal wieder prüfen, ob alles in Ordnung ist. Mir ist z.B. im Regen der Kocher mit dem Topf voller Karottenstücke umgefallen - im Zelt. Wenn man in so einer Situation erschrocken aufspringt, setzt man sich evtl. in ausgelaufenes kochendes Wasser oder bemerkt nicht, dass die Flamme beim Umfallen nicht ausgegangen ist. Bewahrt man dagegen die Ruhe, kann man überlegt reagieren und, so wie im Falle der Karotten, das Gemüse sogar noch retten, vorausgesetzt es ist nicht in den Sand gefallen.



Also: Wenn man in einem kleinen Zelt kocht, ist die erste Regel, immer einen (windabgewandten) Ausgang als Fluchtweg offen zu halten, und sich immer so hinzusetzen, dass man nicht durch überkochende Flüssigkeit etc. gefährdet ist, die evtl. am Zeltboden auf die Beine oder den Po zulaufen könnte.

Am sichersten ist es, überhaupt nicht im Innenraum eines kleinen Zeltes zu kochen, besonders, wenn man darin keine Erfahrung hat oder unbeweglich ist. An der Nordsee und im Regen geht das aber nicht immer. Zur Not kann man aber an einem solchen Tag auf eine Brotmahlzeit umsteigen. Wenn es nicht zu windig ist, koche ich draußen, oder ich stelle den Kocher so in den Eingang des Vorzelts wie oben abgebildet. Nur bei Regen, oder wenn der Wind die Flamme nicht zum Topfboden gelangen lässt, lasse ich mich auf den Eiertanz ein, direkt im Zelt zu kochen. Dann stelle ich sicher, dass der Kocher eine standfeste Unterlage hat (Schneidbrett oder Holzbrett), und dass ich weit genug entfernt sitze, so dass ich den Kocher nicht anstoßen kann. Im übrigen habe ich zwei Ausgänge, so kann ich, falls etwas schief geht, hinten herausspringen.

Flexibilität ist alles.

Die Fotos unten sind während eines Kurzurlaubs über Pfingsten auf der Nordseeinsel Amrum entstanden. Ich möchte Ihnen gerne zeigen, dass es durchaus möglich ist, auch beim Zelten eine einfache makrobiotische Versorgung aufrecht zu erhalten. Vielleicht ist es ja für Sie ein Anreiz, Ihren nächsten Urlaub auch einmal etwas weiter von Ihrer heimischen makrobiotischen Küche entfernt zu verbringen - ganz ohne schlechtes Gewissen.

Übrigens: Der Zeltplatz 1 auf Amrum hat eine Küche, in der man gegen Münzeinwurf kochen kann, und es gibt auch einen Gemeinschaftsraum, in dem man seinen Kocher aufstellen kann. Viele Camper nehmen ihren Kocher bei schönem Wetter mit nach vorne zu den Tischen und bereiten sich ihr Essen dort zu. Das geht ganz gut, wenn man mit Dosen und Tütensuppen hantiert. Wenn man so wie ich mit frischen Gemüsen, Miso etc. kochen möchte, ist der Aufwand riesig, alles einzupacken und dann unter interessierter Beobachtung aufwändig zu kochen.

Sie können hier auch einen Wohnwagen mieten oder mit Ihrem eigenen anreisen.



Überfahrt auf der Uthlande

Ankunft auf dem Zeltplatz

Blick über den Platz

Das Zelt ist aufgebaut...

Zum Einkaufen
über den Dünenweg...

...und quer über
den Kniepsand...

...zum Strand hinunter...

...nach Wittdün...

...am Wasser entlang

Pflanzen brechen aus...

Brennesselsammeln
für die Misosuppe...

... auf dem Rückweg
durch den Wald

Es duftet...

   ...nach Geissblatt

Die Einkäufe...

...vom Bioladen...

...wandern in die Vorratsecke

Dazu der Wasservorrat

Einrichten von Kochecke...

...Kleiderecke...

...und Büro

Die Schlafecke
wird eingeweiht

Es kann losgehen

Kochen im Zelt

Gemüse, Fu-Streifen und
Wakame werden auf dem
Gaskocher sautiert

Fu-Streifen, Fu-Ringe'
und Trockentofu
sind praktisch
auf Reisen


Thunfischsalat,
Zwiebelsuppe


Die Suppe wird serviert

Ein Strandtag

Mittags-Snack

Der Himmel bezieht sich

Bei Regen und Gewitter...

...gemütlich Lesen
mit Banchatee und Keks

Es fehlt die Regenrinne

Nach dem Gewitter -
abends gibt es Brot..
.

...und morgens Misosuppe
mit Zwiebeln, Karotten,
Wakame, Mais und Fu-Ringen...


...dazu Knäckebrot mit
Aufstrich, Gurken-
scheiben und Aprikosen

Frühstück vorm Zelt
 

Spaziergang über den Bohlenweg

Zurück durch den Wald...

Hier treffe ich meinen Freund,
den Fasan




Es herrscht...

...himmlische Ruhe

Die Ruhe genießen...
.

... und Tagebuchschreiben
auf einer Bank



Bei Sonnenuntergang...

...zurück zum Zeltplatz

Abends gibt es Shoyubrühe
mit Karotte und Rettich,,
Tofu, Knäcke und
Sojajoghurt mit Halwa...

...und morgens Reste mit
Reiscrackern, Salat und
Obst

Strandspaziergang
nach dem Frühstück...
 
...gut ausgestattet für
einen langen Strandtag


Es ist so warm, dass
man sogar baden kann

Nachmittag in den Dünen

Keine Menschenseele zu sehen

Die Sonne genießen

Rückweg über den ver-
schütteten Bohlenweg


Miso mit Zwiebeln, Karotte,
Wakame, gelben Zuccini...


...und Tofuwurst

Vorratsecke für Reste

Brot mit Aufstrich

Sojajoghurt, gemischt
mit Halwa ohne Zucker,
Schwarzbrotkrümeln
und Aprikosen

Picklespresse

Radieschenpickles
 

Ich freue mich auf den
abendlichen Besuch
in der "Blauen Maus"

Die "Blaue Maus"...

...mein Stammlokal auf Amrum

Abendlicher Snack mit Fisch
an der Theke

Janni,der Wirt
der "Blauen Maus"

Morgens Miso mit Lauch, Zuccini,
Rettich, Wakame, Tofu und Spitzkohl

Zuccini shortcook

Rettich shortcook

Warten auf die Zuccinis

Zuccini und Rettich

Brot wird aufgewärmt

Pfannenbrot mit Aufstrich

Gemüseschneiden

Spitzkohl shortcook

Tofu wird mariniert

Tofu in Marinade

Tofu wird gebraten

Ingwerwurzel gerieben, Tofuwürfel in der Pfanne

Ingwersaft für die Suppe

Misosuppe mit
Ingwersaft und Tofu

Waschtag

Nur noch wenige Gäste

Snack für den Strand

Badetag

Besuch kommt vorbei

Ein letzter Spaziergang

Blütenpracht...

...überall...

...auf Amrum

Karotten short cook

Nudelsuppe mit Kohl

Lesen nach dem Essen...

...bis die Sonne
untergeht

Ein letztes Menü:
Tomatensuppe mit Miso, Tofu, Brot und Spitzkohl,
Sojajoghurt mit Früchten

Der Urlaub ist vorbei -
der Kocher kann
verpackt werden

Abschied vom Strand

Abschied vom Zeltplatz

Abreise

Rückfahrt nach Dagebüll auf der Fähre
 

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einige Anregungen geben, und wünsche Ihnen viel Erfolg,
wenn Sie Ihren nächsten Urlaub vielleicht doch einmal weit weg von Ihrer heimischen Küche verbringen.


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