Yoga-Thaimassage & MakrobiotikBildungsurlaub & Erholung in Griechenland |
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Foto rechts und links: Blick von der Hotelterrasse |
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Auf der griechischen Halbinsel Pelion, verwöhnt von Sonne, Wind
und Meer, erlernten die Teilnehmer unseres zehntägigen Intensivkurses
die Kunst der TraditionellenThaimassage. Zu unserer Überraschung
entpuppte sich unsere "makrobiotische" Köchin, die uns
der Hoteleigentümer Estelios wärmstens empfohlen hatte, als
kompletter Reinfall. Sie hatte vor Jahren mit einem Makrobioten zusammengelebt,
der sich offensichtlich ausschließlich von Reis mit viel Shoyu
ernährt hatte. Die ersten drei Mahlzeiten, die sie uns vorsetzte,
kauten wir geduldig, wenn auch ohne Genuss. Das Essen war so schrecklich,
die Köchin so urig, dass wir schon wieder lachen mussten. Als wir
in einem klärenden Gespräch herausfanden, dass sie mit unserem
griechischen Gastgeber einen Deal unser bereits vorausbezahltes Verpflegungsbudget
betreffend abgeschlossen hatte, degradierten wir sie kurz entschlossen.
Wir würden selber die Küche übernehmen. Das bedeutete
jedoch, dass nicht nur der Unterricht, sondern auch das Kochen in meiner
Verantwortung lag. Zum Glück war auch Bettina Makrobiotin. Sie
veranstaltete in ihrem Naturkostladen in Bielefeld regelmäßig
Kochkurse und hatte ebenfalls Erfahrung im Kochen für größere
Gruppen. Die ganze Sache hatte einen großen Vorteil: Durch diese Herausforderung fand die Gruppe sehr schnell zusammen, und jeder war bereit auf einen Teil seiner Freizeit zu verzichten, um uns bei unserer zeitaufwändigen Aufgabe zu unterstützen. |
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Trotz allem blieb uns noch genügend Zeit, um die faszinierende Umgebung mit all ihren Möglichkeiten zu genießen. Wir schwammen im Meer, machten lange Spaziergänge entlang dem Bach in den dichten grünen Laubwäldern, kraxelten in die Berge und brachten Arme voller Wildkräuter zurück, die unsere Mahlzeiten bereicherten - duftenden Thymian, Oregano, Pfefferminze. |
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Eigentlich hatte mir Estelios am Telefon von einer geschützten Dachterrasse erzählt, auf der ich den Unterricht abhalten konnte. Und von Sportmatten als Unterlage. Offensichtlich war ihm vor unserer Ankunft das Geld ausgegangen. So mussten wir auch hier improvisieren. Glücklicherweise hatten wir alle eine Matte und ein Laken im Gepäck, und eine unserer Teilnehmerinnen, die im Nachbardorf lebte, stellte uns ihre private Shiatsu-Matte und ein paar dünne Matratzen zur Verfügung. Gegen die gleißende Sonne, die unsere Dachterrasse den lieben langen Tag von all ihren Positionen aus gnadenlos bestrahlte, brachte uns Estelios alle Sonnenschirme von den Terrassen seiner Gäste, so dass wir darunter geschützt arbeiten konnten. Allerdings mussten wir ständig auf der Hut sein. Gab es einen größeren Windstoß, machten die Schirme einen Satz und waren schneller über die Brüstung verschwunden als wir springen konnten. Zum Glück fielen sie nicht weit hinunter - das Hotel war mit der Rückseite direkt gegen den Berg gebaut. |
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Wir lernten schnell, dass "improvisieren"
in Griechenland eines der wichtigsten Worte war - jeder improvisierte
ständig von morgens bis abends. Egal, ob es das Wasserrohr war, das
die Duschen in den Hotelräumen nicht mehr versorgte, oder die Tatsache,
dass es außer im weit entfernten Volos nirgends einen Naturkostladen
gab. Ging uns das Miso aus oder irgendeine andere makrobiotische Zutat,
mussten wir uns etwas einfallen lassen. Und wenn die Dusche wieder einmal
nur Tropfen produzierte, sprangen wir ins Meer. Wir passten uns verhältnismäßig
schnell an und hatten von da an unglaublich viel Spaß. Auch das
gehört zum Bildungsurlaub. Andere Kulturen kennenlernen und damit
zurechtkommen. |
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| In den Pausen trafen wir
uns zum Essen auf der Sonnenterrasse auf der zum Meer gerichteten Seite
des Hotels. Am Eingang zu dieser Terrasse stand ein riesiger alter Maulbeerbaum
mit dicken weißen Früchten, und ein Stockwerk höher an
der Außentreppe gab es einen zweiten ebenso reichlich ausgestatteten
Bruder. Keiner von uns konnte an diesen beiden Bäumen vorbeigehen,
ohne sich eine Handvoll der saftigen, süßen Früchte in
den Mund zu stopfen, oder auch zwei. Die Früchte machten süchtig.
Hatten wir einmal angefangen, konnten wir nicht mehr aufhören zu
essen. Manchmal saßen wir zu dritt oder zu viert ganz oben in einem
der Bäume, wenn unten alles abgegrast war. Doch schon am nächsten
Tag waren die unteren Zweige wieder voll, bei diesem Klima reiften die
Früchte schnell. |
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Direkt neben dem Hotel gab es eine kleine Taverne. Wenn wir keine Lust hatten zu kochen, aßen wir dort eine Kleinigkeit. Tagsüber waren wir meistens die einzigen Gäste. Das Geschäft wurde erst abends etwas reger. Der Wirt war unglaublich gastfreundlich. Oft bat er mich in den Garten und unterhielt sich mit mir. Er bewirtete mich ausgiebig, weigerte sich jedoch von mir Geld anzunehmen. Am Ende schlich ich immer hintenherum an der Taverne vorbei, weil ich nicht den Eindruck erwecken wollte, dass ich auf eine weitere Einladung spekulierte. Doch er erwischte mich und spielte den Beleidigten, bis ich mich zu einem kleinen Imbiß und einem Glas Wein bereit erklärte. An dem Wochenende zwischen den beiden Kursblöcken lud uns Estelios in sein altes klapperiges Auto und machte mit uns einen Ausflug in die Umgebung. In den Dörfern dort in der Gegend kann man noch die alte, streng traditionelle Architektur bewundern. Gleich im Nachbardorf liefen wir einem seiner Freunde über den Weg. Als er hörte, dass wir aus Deutschland kamen, lud er uns in sein Haus und seine Frau, die Töchter und Cousinen tischten alles auf, was der Kühlschrank hergab. Die Familie hatte gerade eine große Feier hinter sich, und es gab unglaublich viele Reste - leckere kleine Schweinereien, die wir alle ausgiebig und mit Genuss kosteten, Makrobiotik hin oder her. Immerhin handelte es sich hier um traditionelle Gerichte, und was ist Makrobiotik anderes als die traditionelle Ernährung des Landstrichs, in dem man sich gerade aufhält. Alles was wir aßen, war dort gewachsen, unraffiniert (bis auf das Weißbrot, das wir vermieden), traditionell zubereitet und von Herzen angeboten und serviert. Das Essen bekam uns ausgezeichnet. Danach wanderten wir in die Umgebung, und zum Abendessen kehrten wir in einer Taverne mitten auf dem Dorfplatz ein. Dort wurde uns von den Männern an den umliegenden Tischen ein Uzo-ähnlicher Schnaps angeboten, den wir nicht ablehnen konnten. Zu jeder neuen Runde wurde als Zugabe ein Tellerchen Antipasti serviert - jedes Mal eine andere Sorte. Spät in der Nacht kamen wir daher mit einer gehörigen Bettschwere ins Hotel zurück. Doch am nächsten Morgen waren wir wieder klar. Estelios hatte anfangs angekündigt, er würde an den Abenden griechische Tänze aufführen lassen und Vorträge über griechische Mythologie veranstalten - auch das ging auf die gute griechische Art unter, und so praktizierten wir auch in unserer Freizeitgestaltung das "Improvisieren". Was für uns gar nicht so schwierig war, denn durch das Improvisieren in der Küche und auf dem Dach blieb sowieso kaum noch Zeit für etwas anderes. Bildungsurlaub in Griechenland. Ein Erlebnis der besonderen Art. Und gerade darum ist es für uns alle unvergesslich.. |
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Email: marion_menger@sturmruhe.de